Die Lanzarote Fuerteventura Fähre ist eine der angenehmsten Möglichkeiten für Inselhüpfen auf den Kanaren, wenn man sie als Reisetag behandelt und nicht als Lücke zwischen zwei Hotelbuchungen. Auf der Karte liegen Playa Blanca und Corralejo dicht beieinander. Am Hafen merkt man jedoch schnell, dass Fahrplan, Gepäck, Wind und die Weiterfahrt auf der anderen Insel mehr zählen als die reine Zeit auf dem Wasser.
Die Verbindung führt von Playa Blanca nach Corralejo
Abgelegt wird im Süden von Lanzarote, im Hafen von Playa Blanca. Auf Fuerteventura kommt man in Corralejo an, also im Norden der Insel. Das ist praktisch, wenn die Reise dort beginnt oder endet: Die Dünen, der Ort und die Fähren nach Lobos liegen in derselben Gegend. Wer aber nach Morro Jable oder Costa Calma weiterwill, sollte keinen kurzen Anschluss erwarten. Die Fahrt über Fuerteventura bleibt eine eigene Etappe.
Der Hafen von Playa Blanca liegt nah an vielen Unterkünften, doch „nah“ heißt in Ferienorten nicht immer, dass man mit Koffer entspannt zu Fuß geht. Pflaster, Steigungen und Wind machen aus zehn Minuten eine andere Sache als auf dem Stadtplan. In Corralejo ist der Hafen ebenfalls zentral, aber bei Ankunft mehrerer Fähren und Ausflugsboote kann es rund um die Abholung unruhig werden. Ich organisiere Transfer oder Mietwagen immer so, dass ich nicht mit Gepäck improvisieren muss.
| Abschnitt | Realistisch einplanen | Worauf achten |
|---|---|---|
| Ankunft am Hafen | deutlich vor Abfahrt | Ticket, Terminal, Gepäck und Warteschlange |
| Überfahrt | kurz, aber wetterabhängig | Seegang und Sitzplatzwahl |
| Playa Blanca bis Flughafen | zusätzliche Straßenzeit | nicht mit knapper Abflugzeit verbinden |
| Corralejo bis Jandía | ein großer Teil des Tages | bei Unterkunft im Süden lieber Übernachtung planen |
Am Reisetag zählt der Puffer mehr als die Fahrdauer
Die Überfahrt selbst ist kurz, aber sie ist nur der Mittelteil. Vorher kommt Check-in, möglicher Parkplatz, der Weg durch den Hafen und manchmal die Frage, welches Gate heute benutzt wird. Danach wartet die Orientierung in Corralejo oder Playa Blanca. Bei Fußpassagieren ist das leicht zu unterschätzen, weil man kein Fahrzeug einparken muss und deshalb zu spät losgeht.
Ich würde mindestens so planen, dass eine verspätete Kaffeepause oder eine Schlange den Tag nicht kippt. Wer am selben Abend einen Flug erreichen muss, baut besser einen großen Abstand ein oder übernachtet auf der passenden Insel. Ein verpasster Flieger wegen einer eigentlich kurzen Fährfahrt ist kein romantischer Inselwechsel. Auch Wind und Seegang sind kein tägliches Drama, aber sie sind Gründe genug, den Fahrplan nicht als Garantie für jede weitere Verbindung zu behandeln.
Bei morgendlicher Überfahrt bleibt in Corralejo noch Zeit für Ankunft und einen ruhigen ersten Tag. Bei einer späten Abfahrt würde ich keine lange Fahrt nach Betancuria oder in den Süden mehr auf die Liste setzen. Der sinnvollere Plan ist Unterkunft beziehen, Mietwagen übernehmen, Abendessen und am nächsten Morgen losfahren. Das klingt unspektakulär, spart aber den Moment, in dem man in der Dämmerung eine unbekannte Zufahrt sucht.
Mit Mietwagen übersetzen: erst den Vertrag lesen
Die häufigste falsche Annahme lautet: Mietwagen einladen, Fähre nehmen, auf der anderen Insel weiterfahren. Manche Vermieter erlauben den Inselwechsel, andere schließen ihn aus oder verlangen vorherige Genehmigung. Das hat mit Versicherung, Pannenhilfe und Rückgabeort zu tun. Eine mündliche Zusage am Schalter reicht mir dafür nicht; die Regel sollte in den Buchungsbedingungen oder in einer schriftlichen Bestätigung stehen.
Wenn die Mitnahme erlaubt ist, muss das Fahrzeug rechtzeitig für die Fähre angemeldet sein. Fahrzeugplätze sind nicht dasselbe wie ein Fußpassagier-Ticket. Dazu kommt die Frage, wo das Auto zurückgegeben wird. Eine Einwegmiete über zwei Inseln kann teuer sein oder gar nicht angeboten werden. Häufig ist es vernünftiger, den Wagen auf Lanzarote abzugeben und in Corralejo einen neuen zu nehmen, auch wenn das zunächst umständlich wirkt.
Ohne Mietwagen lässt sich die Fähre Playa Blanca Corralejo sehr gut nutzen, solange die ersten und letzten Kilometer geklärt sind. Corralejo hat zu Fuß genug für eine Ankunft, und Playa Blanca ebenso. Für weiter entfernte Strände, Timanfaya, Jandía oder abgelegene Dörfer wird man dann aber von Buszeiten, Ausflügen oder Taxis abhängig. Das ist kein Fehler, nur eine andere Reiseart.
Gepäck, Sitzplatz und Seegang praktisch lösen
Mit einem kleinen Koffer oder Rucksack ist die Passage angenehm. Großes Gepäck lässt sich bewältigen, doch ich würde nicht mit drei Taschen, einem Kinderwagen und ungeprüften Wegezeiten am letzten Drücker erscheinen. In den Terminals gibt es nicht überall die Art von Gepäcklogistik, die man von großen Flughäfen erwartet. Wertsachen, Medikamente, Reisedokumente und eine leichte Jacke bleiben bei mir, nicht tief im Koffer.
Bei empfindlichem Magen hilft ein Platz im Inneren und möglichst mittig im Schiff oft mehr als ein dramatischer Blick auf die Wellen. Draußen ist die Fahrt an schönen Tagen reizvoll, bei Wind aber kalt und laut. Wer zu Seekrankheit neigt, nimmt Vorsorge vor dem Ablegen und nicht erst, wenn Playa Blanca bereits klein hinter dem Heck liegt. Für Kinder ist ein Snack und etwas Beschäftigung nützlicher als die Erwartung, dass die kurze Strecke von selbst vergeht.
Wann der Tagesausflug zwischen den Inseln zu knapp wird
Ein Tagesausflug funktioniert, wenn man bewusst Corralejo und seine Umgebung sehen will oder von Playa Blanca aus ohne großen Anspruch die andere Insel kennenlernen möchte. Für einen Kaffee am Hafen, die Dünen oder eine kurze Strandpause ist die Verbindung sinnvoll. Wer hingegen Timanfaya, Arrecife und den Norden Lanzarotes an einem Tag mit Rückfahrt kombinieren will, verbringt zu viel Zeit in Anschlüssen.
Auf Fuerteventura gilt dasselbe: Corralejo ist nicht Jandía. Eine Tagestour von Lanzarote bis an die Südspitze und zurück legt den Schwerpunkt auf Straßen. Ich würde mindestens eine Nacht auf der jeweils anderen Insel buchen, wenn mehr als ein Hafenort auf dem Programm steht. Das ist die bessere Entscheidung für einen Inselwechsel mit Mietwagen, für Familien und für alle, die nicht dauernd den nächsten Check-in im Kopf tragen wollen.
Buchung mit ruhigem Plan statt mit letzter Minute
Fahrpläne und Preise können sich nach Saison, Wochentag und Auslastung ändern. Deshalb prüfe ich vor der Buchung Abfahrtsort, Uhrzeit, Gepäckregeln und die Bedingungen für Fahrzeuge direkt beim Anbieter. Die Bestätigung speichere ich offline; im Hafen möchte ich nicht erst bei schwachem Mobilfunk nach einer Buchungsnummer suchen. Bei festen Hotelwechseln sind Frühverbindungen oft am angenehmsten, weil sie Luft für alles danach lassen.
Die Fähre zwischen Lanzarote und Fuerteventura ist kein Hindernis, sondern eine gute Brücke zwischen zwei sehr verschiedenen Inseln. Mit einem echten Zeitpuffer, einem geklärten Mietwagenvertrag und einer Übernachtung an der richtigen Stelle wird die Überfahrt zum ruhigen Teil der Reise. Wer sie in einen überfüllten Tag presst, nimmt sich genau die Freiheit, wegen der man Inselhüpfen Kanaren überhaupt plant.